Zukunft Beutlerstr. 5

Wie bereits in der letzten Nummer ausführlich dargelegt und in den Gottesdiensten am 24. März bekanntgegeben, hat der Kirchenvorstand am 21. März 2019 beschlossen, auf eine Instandsetzung und damit auf die weitere Nutzung des Gebäudes Beutlerstr. 5 als Gemeindehaus zu verzichten. Derzeit wird der aktuelle Wert ermittelt, und es gibt interne Gespräche über die Zukunft des Hauses. Für alle Veranstaltungen bemühen wir uns sehr um eine gute Weiterführung.
Wir danken allen für den verständnisvollen Umgang mit dieser schweren Entscheidung.


Offene Worte zur Zukunft des Gemeindehauses Beutlerstraße 5

Im Oktober 2018 gab es in unserem Gemeindehaus Beutlerstraße 5 einen verheerenden Wasserschaden. Aus diesem Grund mussten alle Etagen des Hauses geräumt werden. Von der Bausubstanz wurde nach Einschätzung der Fachleute alles entfernt, was irreparabel geschädigt war. Seit Dezember wird das Gebäude maschinell getrocknet. In bisher fünf Sitzungen des Kirchenvorstandes haben wir um eine Entscheidung gerungen, was mit dem Haus geschehen soll. Eine Versicherung, die den Schaden am Gebäude tragen würde, gibt es leider nicht.

Folgende Argumente wurden in der Diskussion erörtert:

  • Im Laufe der Jahrzehnte wurde eine wertvolle Arbeit im besonderen Flair des Gemeindehauses geleistet.
  • Großes persönliches Engagement ist in die Gemeindearbeit vor Ort und in das Haus investiert worden.
  • Die Räume und die Zugänge sind für Senioren bzw. Gehbehinderte bestens geeignet und gut erreichbar.
  • Die Lage in einem besonderen Stadtgebiet bietet einige Vorteile.
  • Zur Wiederherstellung des Gebäudes sind nach ersten Schätzungen bis zu 200 T€ erforderlich.
  • Verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung wurden auch mit landeskirchlichen Stellen abgeprüft. Dabei wurde klar, dass wir wohl keine Unterstützung erwarten können und alles aus eigenen Mitteln bestreiten müssten. Die Aufnahme eines Kredites wäre unumgänglich.
  • Es wurden viele Ideen für die zukünftige Nutzung zusammengetragen und auch Veränderungen des Gebäudes überlegt (z.B. Nutzung als reines Wohngebäude, Erweiterung des Gemeindesaales).
  • Die Wiederherstellung und weitere Unterhaltung würde auch in Zukunft, neben Geld, großen personellen Einsatz und Verwaltungsaufwand erfordern.
  • Gleichzeitig sind in unserer Kirchgemeinde ausreichend Räumlichkeiten in Kirche, Kapelle, Gemeindehaus und Pfarrhaus vorhanden.
  • Alle bisherigen Veranstaltungen im Gemeindehaus Beutlerstraße können in anderen Gebäuden stattfinden, wenn der Transport geregelt wird.

Die Beratungen zur Zukunft des Gebäudes fallen in eine Zeit, in der vergrößerte Strukturen – der Kirchgemeindebund Freiberg – geschaffen werden. Diese Veränderungen finden überall in der Landeskirche statt, um Gemeindearbeit auch zukünftig mit ausreichender wirtschaftlicher und personeller Basis weiterentwickeln zu können.

Als Jakobi-Christophorus-Gemeinde sind wir eine stabile, eigenständige Größe in diesem Bund und in der Pflicht, auch in diesem Hinblick vorausschauend zu handeln. Dabei wird auch der Gebäudebestand erfasst und auf die Kosten für die Nutzung geschaut. Bereits seit 2017 ist die Erstellung einer Gebäudekonzeption in jeder Gemeinde erforderlich.

Diese Lage stellt den Kirchenvorstand vor eine unerwartete und schwere Entscheidungsaufgabe. Es muss geprüft werden, ob eine Investition in eine zukünftige Nutzung des Gemeindehauses richtig ist und welcher Weg uns in der Gemeindeentwicklung flexibler macht. Wir haben die Verantwortung, diese Grundsatzfrage zu stellen, auch wenn es sehr schmerzhaft ist.

Die geschilderte Situation haben wir uns nicht ausgesucht, und sie gefällt auch uns nicht. Wir müssen sie aber angehen und bitten deshalb um Verständnis und einen konstruktiven Umgang mit diesen Gedanken. Vor allem bitten wir um Ihr Gebet dafür, dass Gott uns Weisheit für alle Entscheidungen gibt und dass er seine Gemeinde zusammenhält und durch diese Zeit hindurchführt.
Der Kirchenvorstand, April 2019


Havarie in der Beutlerstraße

Einen großen Schock und Verlust mussten wir als Gemeinde und einige auch ganz persönlich seit dem 28. Oktober 2018 erleben: Im Gemeindehaus Beutlerstraße 5 hat es über Nacht einen dramatischen Leitungswasserschaden im Dachgeschoss gegeben. Sehr viel Wasser ist durch das gesamte Haus gelaufen und hat großen Schaden am Gebäude angerichtet, sodass es grundlegend erneuert werden muss.

Wir sind dankbar dafür, dass die Familie Bauch gut versorgt werden konnte, und für jede Hilfe beim Ausräumen. Nun muss mit Weisheit geplant und gehandelt werden, damit alles wieder gut in Ordnung gebracht werden kann. Es bewegt uns sehr, dass wir sehr viel Gutes erfahren dürfen, aber manchmal auch so eine große Prüfung dazugehört. Danke für alle Gebete und das Vertrauen darin, dass Gott uns in allem bewahrt und führt.


5 Jahre Wiederweihe

Haben Sie noch die Vorstellung, in welchem Zustand sich das 740qm große Grundstück mit Gemeindehaus und Pfarrwohnung vor dem Jahr 2000 befand? - Was ist daraus entstanden - aus der 1946 erbauten Schuhmacherwerkstatt in der Beutlerstr. 5! 1951 / 52 ging das Gebäude durch Kauf in Kircheigentum über, somit hatte die Kirchgemeinde Räumlichkeiten - in aller Bescheidenheit - um Gemeindeleben zu konzentrieren.

Am 31.12.1956 konnte das Altarfenster geweiht werden; seit 1980 gibt es eine kleine Orgel. 1998 konnte die Gemeinde das Grundstück kaufen und die Einheit von Gebäude mit Grundstück nach nun geltendem Recht herstellen, nachdem von 1991 bis 1998 Rückübertragungsprozesse liefen, geführt durch die Erben der Schuhmacherwerkstatt.

Nachdem nun Pfarrer Oertel 1998 in den Ruhestand ging und die Vakanz anstand, wurde nach sorgfältiger Vorbereitung eine Grundsanierung nach Planungsarbeiten der Architektin Christin Ostmann in Angriff genommen. Das Erdgeschoss sollte künftig der Gemeinde zur Verfügung stehen; die darüber liegenden Räume als Dienstzimmer bzw. Pfarrwohnung der entstandenen Schwesterkirchgemeinde Christophorus / St. Jakobi dienen, wobei das Dachgeschoss ausbaufähig gestaltet wurde. Dem Kirchenvorstand wurde die Baugenehmigung erteilt und eine Mitfinanzierung durch das Landeskirchenamt zugesichert. Allerdings musste die Gesamtfinanzierung durch Eigenkapital, erbrachte Eigenleistungen und große Spendenfreudigkeit der Gemeindeglieder abgesichert werden.

Die Sanierung erfolgte in barrierefreier Gestaltung mit behinderten gerechter Ausstattung (Parkplätze, WC, Lautsprecheranlage) und wurde durch das Regierungspräsidium Chemnitz gefördert. Schließlich kam von der Unteren Bauaufsichtsbehörde nach allen Prüfungen die Bestätigung: “Das bauaufsichtliche Verfahren ist abgeschlossen.” - Es war geschafft.

Am 3. September 2000 um 14:00 Uhr konnte das Kirchgemeindehaus Beutlerstr. 5 wieder geweiht werden. Ebenfalls an diesem Tag hat die Gemeinde das Ehepaar Rudloff in diesem Haus begrüßen können. Meine ganz privaten Aufzeichnungen und Mitschriften zu diesem Bau und zu diesem Tag endeten aus tiefstem Herzen mit GOTT SEI DANK!
Das möchte ich gern wiederholen. Das damals Erreichte ist kein Schlussstrich am Bau des Hauses und der Gemeinde... Losungswort des 3. September 2000: “Seine Macht ist ewig und vergeht nicht.! (Daniel 7,14)
Edith und Rolf Börner


Eine Kette von Wundern

Als wir vor etwa 4 Jahren das erste Mal wieder das Pfarr- / Gemeindehaus Beutlertsr. 5 betraten, staunten wir nicht nur, sondern verloren auch die Orientierung - so hatte sich alles verändert. 22 Jahre hatten wir in dem alten Haus gelebt und gewirkt und Gemeinde erfahren (Wobei wir nicht die ersten waren!), bald dann auch mit und in Zug.

Eigentlich war alles eine Kette von Wundern: dass 1953 die evangelischen Christen in der “Siedlung” dieses Haus als “Gemeindezentrum” bekamen und es in mühsamer Kleinarbeit veränderten; das sie auch in schwierigen Zeiten und engen Verhältnissen regelmäßig zusammen kamen; dass viele in treuer Mitarbeit zeigten: hier lebt eine Gemeinde; dass es schon sehr konkrete Pläne und Spenden für ein erneuertes Haus gab.

Nun ist es da, das Wunder, und wird schon 5 Jahre alt. Wir glauben nach wie vor: hinter Wundern - auch wenn Menschen dabei mitwirken - steht der HERR, dem wir entgegengehen! Darum “baut auch ihr euch als lebendige Steine zum geistlichen Hause!” (1. Petrus 2,5).
Es grüßen ihre Oertels